Unsere Solikonzerte Im April: Es war so schön! – Unsere Infos: es ist so wichtig!


Trotz spontaner Verlegung der Veranstaltungsorte, dem FCKAFD “Bürgerdialog“, sensibler Kommunikation bzgl. der Vorgänge im AZ Kim Hubert und der allgemeinen Herausforderung die eigene Gruppenstruktur zu halten, haben die Konzis am Ende sehr gut geklappt. Es sind viele gute Dinge passiert, die Bands, die Besucher*innen, die Helfis und die Unbounded Crew haben sich wohl gefühlt. In dem ganzen Punkrock waren die Menschen achtsam und friedlich miteinander. Danke für die liebevolle Atmosphäre die wir Alle gemeinsam geschaffen haben!

Konzi am 11.04. in der Dubstation Kaulitz

11.04. Dubstation

Oidorno, Mackermassaker und die Trümmerratten haben die Dubstation in einen Punkrocktempel verwandelt. Alle Bands haben auf Gage verzichtet. So ist ein guter Betrag rausgekommen. Zum Großteil fließt das Geld in den Aufarbeitungsprozess im AZ Kim Hubert, der sich nach den Callouts im Nov/Dez 2025 in Gang gesetzt hat.

Keine Ahnung worum es geht? Es geht um Vorwürfe von sexuellen Übergriffen, neo K-Gruppen & antisemitischen Tendenzen und toxischen Hirarchien. Hier der Link zum Callout: https://de.indymedia.org/node/553862

Eine weitere Summe geht an Aktivistische No-Borders Strukturen an der polnisch belarussischen Grenze, z.B. an die “Grupa Granica”: https://united4rescue.org/de/logbuch/grupa-granica-solidaritaet-im-grenzgebiet/

Konzi am 25.04. im Unordnungsamt Kalbe

Pivo Panski, Wrackspurts und Option weg haben in Ihrer Kunst verpackt wofür wir Alle immer weiter kämpfen. Auch hier haben alle Bands auf Gage verzichtet. Alle Besuchenden haben gerne die empfohlenen Eintritsspende gegeben, einige sogar, ungefragt, weit mehr… wow, danke! Auch einige Soliklamotten haben ein neues zuhause gefunden. So ist auch hier ein gutes Sümmchen zusammen gekomen. Das Geld geht zum Großteil an die EU Aussengrenzen, ein kleiner Teil wird für antifaschistische und antirassistische Arbeit in der Altmark genutzt.

Ein Spot ist die polnisch-belarussische Grenzregion nahe der Stadt Hajnovka, unweit von Bialystok. Unter Gutheißen der EU wurde dort eine tödliche Zone erschaffen, inklusive 5m hohem Zaun, mitten durch den Bialowicza Nationalpark, den letzten Urwald Europas… Kosten: ca. 1,4 Milliarden Euro.

2 unserer Solidaristi haben aktuelle Infos zusammengetragen, die wir in einem Input an’s Publikum bringen durften. Danke dass Ihr so aufmerksam zugehört habt! IM ANSCHLUSS, weiter unten, könnt ihr den Input nachlesen!

Der zweite Spot ist der Squat “Prosfygika”, im Zentrum von Athen. Zwischen der Hauptpolizeiwache und dem obersten Gerichtshof. 8 Blocks, multisozial-ethnisch, selbstverwaltet und stark eingebunden in internationalen no-borders Aktivismus und akut von Räumung bedroht. Das Wort “Prosfygika” bedeutet “Geflüchtete”.

Es gibt eine groß angelegte Kampagne um den Ort zu retten. IM ANSCHLUSS, weiter unten, könnt ihr den Input zu Prosfygika nachlesen!

Eindrückliches 15min Video: https://www.youtube.com/watch?v=xC_NhAi80sI Artikel von anarchistischem Newsportal: https://freedomnews.org.uk/2026/04/28/prosfygika-under-threat-we-need-to-escalate-the-struggle/ Spenden- Infoseite Prosfygika: https://www.firefund.net/saveprosfygika

WIR DANKEN allen Helfis die beim Auf- und Abbau, am Tresen, bei Abholfahrten uvm. am Start waren. Tut gut so supportete zu werden! WIR DANKEN euch Bands dass ihr das ganze Hinundher mitgemacht habt. Und für die ganze tolle Mukke die ihr uns beshehrt! WIR DANKEN den Besucher*innen. So schön dass ihr zu unseren Veranstaltungen kommt, uns zuhört, so gute Stimmung macht und die Spendenkassen füllt! WIR DANKEN der Dubstation und dem Unordnungsamt. Richtig nice dass ihr so spontan wart. So wertvoll dass es diese Lokations gibt!

Stop pushbacks, Jin Jian Asadi, leave noone behind, siamo tutti Antifaschisti! Die Unbounded Solidaristi.

Update Polen -Belarus April 2026:

Bericht von D.:

– Es gibt gerade wenig Calls an die Supportstrukturen, kaum crossings werden gemeldet

– es gibt einzelne Leute, die selbstständig überqueren und dann bei Anwohner*Innen nach Wasser etc. fragen, das kriegen wir dann mit, aber die Strukturen werden nicht mehr kontaktiert

– Jetzt wäre eigentlich sehr viel Verkehr und es gibt verschiedene Vermutungen, woran das liegen könnte

-Eine Vermutung ist, dass Polen und Belarus jetzt ein Abkommen haben, oder eine Art Deal geschlossen haben, dass Belarus jetzt Menschen daran hindert über die Grenze zu gelangen und Polen im Gegenzug mehrere Grenzübertritte aufmacht. Das spielt Belarus im zuge von Handel in die Karten- für Polen ist es dann gut weil weniger Migrant*Innen kommen (um zu bleiben).

– Generell wissen wir dass die Migration sich weiter in den Norden verschoben hat- also Lettland, Litauen, Estland und da jetzt mehr Leute überqueren

– Die polnischen Behörden sagen, dass die Zahlen von Crossing und versuchten Crossings um ~96% gesunken ist, was sie sich natürlich in einer rechtspopulistischen Medienstrategie fett auf die Fahne schreiben und als Sieg feieren

– De facto gibt es aber zur Zeit auch weniger Leute die überqueren/ es versuchen

– Dennoch glauben wir nicht, dass es daran liegt, dass die Infrastruktur gestärkt wurde oder so, Menschen haben schließlich immer Wege geschaffen

– Das kann sich alles im laufe der Saison noch verändern, die Situation an der Grenze ist eh immer dynamisch

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Bericht von T.:

Generell wurde bereits alles gesagt, was man dazu sagen kann. Tatsächlich gibt es derzeit nur wenige Meldungen aus dem Feld. Die Versorgungslager sind voll, aber Versuche, die Grenze zu überqueren, finden definitiv statt, da es sogenannte „Łapanki“ (Razzien) gibt; der Grenzschutz erklärt seine Manöver als Übungen.

Soweit ich herausfinden konnte, ist derzeit die Unterstützung der kleinen Organisation Hope & Humanity Poland besonders wichtig. Wenn ich mich nicht irre, handelt es sich dabei nur um zwei Frauen, die Menschen dabei helfen, in Polen Asyl zu beantragen. Sie konzentrieren sich auf besonders schutzbedürftige Personen – schwerstbehinderte Menschen (z. B. mit amputierten Gliedmaßen), schwangere Frauen usw. Diese Menschen werden an der Grenze zurückgewiesen, ohne dass ihnen Asyl oder Hilfe gewährt wird, was oft zu Todesfällen und Fehlgeburten bei Frauen führt.

Spenden Hope&Humanity Poland: https://pomagam.pl/en/ynwa7y Artikel: https://czabanrobiraban.pl/to-one-pomagaja-ludziom-uwiezionym-w-bialoruskiej-pulapce-hopehumanity-poland/

Diejenigen, denen es gelingt, Asyl zu erhalten, werden häufig mit Krankenwagen transportiert. Dies geschieht am offiziellen Grenzübergang in Terespol. Doch auch sie stoßen anschließend auf weitere Probleme… die meiner Ansicht nach direkt aus der polnischen rechtsextremen Propaganda resultieren.

Ich werde noch einen Ausschnitt aus einem Brief schicken, der aus dem Französischen ins Polnische übersetzt wurde.

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Aber zuerst das, weil dass es ist neueste: Ein Jahr der Aussetzung des Asylrechts am Grenzübergang in Terespol zeigt, dass selbst Personen aus besonders schutzbedürftigen Gruppen – also jene, die theoretisch von der Verordnung ausgenommen sind und weiterhin Anträge auf Schutz stellen können – kaum Chancen haben.

In den letzten 12 Monaten haben wir bei Hope & Humanity Poland über 2.000 Anfragen erhalten, Menschen bei der Antragstellung am Grenzübergang zu unterstützen. Aufgrund der großen Schwierigkeiten, überhaupt jemandem zu helfen, konnten wir nur für 127 ausgewählte Personen in der schlimmsten Lage tätig werden. Von ihnen wurden lediglich 115 Personen eingelassen – die Hälfte erst beim zweiten oder dritten Versuch. Der Grenzschutz hat Mütter mit Kindern, unbegleitete Minderjährige, ältere Menschen sowie schwerkranke Personen und solche, die in Belarus bedroht sind, zurück nach Belarus abgeschoben. Der Schutz besonders vulnerabler Gruppen ist eine Fiktion. Und die polnische Regierung verstößt sogar gegen ihre eigene Verordnung zur Aussetzung des Asylrechts.

Da die Grenzregion durch Nichtregierungsorganisationen und Aktivist*innen gut abgesichert ist, wäre es sinnvoll, den Fokus auf die Unterstützung derjenigen zu legen, die versuchen, Geflüchteten in den Aufnahmezentren zu helfen. Denn Asyl in Polen bedeutet nicht das Ende der Hölle. Unten folgt ein Brief – er stammt zwar aus dem letzten Jahr, aber die beschriebenen Probleme sind in Polen nach wie vor aktuell.

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Dringender Appell + Brief aus einem Flüchtlingszentrum: Gestern wurden Bewohner*innen des offenen Zentrums für Ausländer in Czerwony Bór von Anwohnern angegriffen, die mit Baseballschlägern bewaffnet waren. Sie waren auf dem Weg zum Laden, als sie überfallen wurden. Unter den Opfern befanden sich auch unsere Schützlinge, die ihre Anträge am Grenzübergang in Terespol gestellt haben.

Was ist die Folge? Sie haben Angst vor weiteren Angriffen, sie haben Angst, getötet zu werden. Im Polen des 21. Jahrhunderts haben schwarze Geflüchtete im Asylverfahren Angst, aufgrund ihrer Hautfarbe ermordet zu werden.

Unten steht ihre Erklärung, übersetzt aus dem Französischen.

Lasst uns nicht zulassen, dass Menschen, die in unserem Land Schutz suchen, Opfer rassistischer Angriffe werden.

Lasst uns nicht zulassen, dass sich Hass verbreitet!

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03.04.2025 Sehr geehrte Verantwortliche,

wir sind zu Ihnen gekommen, um Sie über verschiedene Schwierigkeiten zu informieren, mit denen wir sowohl innerhalb als auch außerhalb des Lagers konfrontiert sind. Seit unserer Ankunft fühlen wir uns unsicher. Aufgrund der Entfernung zum Geschäft und da wir kein Auto haben, sind wir gezwungen, den Weg zu Fuß zurückzulegen, was insgesamt vier Stunden dauert. Auf diesem Weg sind wir Gefahren ausgesetzt, darunter Drohungen und Angriffe durch maskierte Bewohner, die mit Waffen bewaffnet sind.

Die Dorfbewohner machen ohne unsere Zustimmung Fotos von uns und veröffentlichen diese in sozialen Medien. In den Beiträgen erscheinen falsche Anschuldigungen, unter anderem über Vergewaltigungen, Diebstähle, Überfälle sowie Spionage. Solche Inhalte finden sich auf den Profilen von Personen wie Ryszard Wilk, Robert Bąkiewicz und Małgorzata Sobkowiak.

Als schwarze Menschen haben wir das Gefühl, in diesem Dorf nicht willkommen zu sein. Daher bitten wir um Ihr Eingreifen und darum, uns an einen Ort zu verlegen, an dem wir uns sicher fühlen können.

Wir bitten Sie, unser Anliegen anzunehmen. Vielen Dank.

Input Prosfygika

Hallo alle, schön dass ihr heute zu unserem solikonzert gekommen seid, wir hoffen ihr habt ne gutezeit und spendet fleißig!

Eins unserer Spendenziele möchten wir heute etwas erläutern, nämlich den firefund der Gemeinschaft der besetzten Prosfygika.

Die Community, bestehend aus 8 besetzten Häuserblocks, mitten in Athen ist eins der wichtigsten zur Zeit bestehenden Gegenvorschläge der gesellschaftlichen organisierung zur kapitalistischen moderne in Europa. Der Squat befindet sich zwischen dem Panathinaikos Fußballstadion, genau zwischen der Hauptpolizeiwache und dem supreme court. Die historischen Gebäude, welche anfang der 2000er jahre bereits besetzt waren, hausten Geflüchtete, Familien und weitere sonst Wohnungslose Menschen und leider auch zum großen Teil Mafia, also Drogen- und menschenhändler. Die Menschen, welche sich dort eine Existenz schaffen wollten, schlossen sich in einem prozess der Verwebung verschiedenster Lebensrealitäten zusammen um die Mafia endlich zu vertreiben und es gelang. Seit dieser Zeit wächst und gedeiht das Projekt und bietet heute etwa 400 Leuten aus circa 27 Nationalitäten, mit ebensovielen Sprachen, Religionen, Altersgruppen und Hintergründen, ein Zuhause und Gemeinschaft. Vorallem die politischen geflüchteten aus der Türkei und Kurdistan prägten und prägen weiterhin die Strukturen des kommunalen Lebens und der Selbstverwaltung. Seit jeher werden Menschen in Prosfygika, was übrigens Geflüchtete bedeutet, in das kollektive Leben eingebunden, und das über persönliche Differenzen- politische -und ideologische labels hinweg. Basisdemokratisch, Herrschaftslos und Kollektiv.

In Ihrer (auch physischen) Opposition zum Staat, Partiarchat und Kapitalismus, entwickelte sich die Gemeinschaft zum Zentrum des Kampfes für gelebte Heterotopie. Über die Jahre wurden 22 Strukturen in der Nachbarschaft aufgebaut, die auf den Bedürfnissen der Bewohner*Innen basiert sind. Es sind Strukturen die aus Solidarität und germeinsamer Arbeit beruhen, darunter ein Kindergarten, eine Gesundheitssprechstunden- und Apothekenstruktur, Unterkünfte für die Familien und Begletungen der Patienten des anliegenden Krebskrankenhauses, eine Bäckerei, das Social Cafe, eine technische Instandhaltungsstruktur für die Gebäude und eine FLINTA*Struktur. Letztere beschäftigt sich seit 2019 mit der Kollektivierung der vom Patriarchat betroffenen Personen in der Nachbarschaft, benennt die gewaltvollen Dynamiken innerhalb und im Umfeld der nachbarschaft und schafft einen Raum für gegenseitige Stärkung, transformative Gerechtigkeit und Unterkunft in Notsituationen.

Demovideo 1: https://vimeo.com/1179709825?fl=pl&fe=cm Demovideo2 : https://vimeo.com/1180325099?fl=pl&fe=cm

Prosfygika bietet eine reale Alternative zu der Welt der Isolierng, der Individualisierung, des Misstrauens, der Unsicherheit und derWohnungslosigkeit, die Staat und Kapital der Zivilbevölkerung aufzwingen. Jetzt, inn diesem Moment, ist die Nachbarschaft existenziell bedroht. Der Staat, unabhängig davon, welche Regierung an der Macht war, hat die Vernachlässigung und degradierung von Prosfygika als Taktik zur Vorbereitung auf die Gentrifizierung genutzt. Im Sommer 2025 leitete die Regierung der Region Attika heimlich einen Plan zuir Zwangsräumungein.

Geplant ist die sog. „Aufwertung“ mit 15 millionen euro öffentlicher Gelder, was in Wirklichkeit die vertreibung aller bewohner*innen und die Plünderung ihrer Lebensgrundlage bedeutet. Die Community hingegen hat öffentlich erklärt, die Sanierung in Eigenarbeit und Selbstfinanzierung zu übernehmen. Doch die Regierung lehnt diese Angebot wehement ab- mehr noch, sie weigert sich anzuerkennen, dass überhaupt Menschen in dieser Nachbarschaftz leben und erwähnt den Hungerstreik bis zum Tode unseres Genossen Aristotiles Chantzis, mit keinem Wort. Heute befindet sich aristos im 79sten Tag des Todesfastens in Verteidigung des Leben, seine Forderungen lauten wie folgt:

-Die sofortige Aufkündigung des Vertrages durch die Attika Regierung

– Das Bleiberecht für alle Bewohner*Innen an dem Ort, wo sie ihre sozialen und kulturellen verbindungen leben

– Und konkrete Garantie für die Restauration von Prosfygika durch die Gemeinschaft selbst- keine keine öffentlichen Gelder für die sog. „Aufwertung“

Er schreibt:“ Die von mir gewählte Methode erlaubt es, einen langen Hungerstreik durchzuführen, damit genügend Zeit bleibt, um die Forderungen an die Gesellschaft zu kommunizieren. Ich lade euch ein, diese Gemeinschaft hier in Athen, ihre Solidaritätsstrukturen und ihre Bewohner*Innen selbst aus nächster Nähe kennenzulernen, die Gemeinschaft zu erweitern und unsere Stimmen, unsre Sehnsucht nach dem Leben in unseren Kämpfen zu vereinen!“

Wir stehen in unerbitterlicher Solidarität mit dem Genossen Aristos und der Verteidigung des Lebens in Selbstbestimmung und Würde.

Kraft dem Genossen und allen Leuten der Gemeinschaft der besetzten Prosfygika! Kraft und Solidarität den Angeklagten Genoss*Innen im Ambelokipiverfahren, das Heute den letzten Prozesstag bestriten hat!

HANDS OFF PROSFYGIKA!

ITHA NIKISUME- ITHA NIKISUME – WE WILL OR WE WILL WIN



This entry was posted on Montag, Mai 4th, 2026 at 23:05 and is filed under Demobericht, General, Kultur, Politische Texte, Soliaktionen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

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